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Angebotsschwerpunkte:
Literatur und Geistesleben zwischen Barock und Romantik; bibliophil und wissenschaftlich

Dohm, Christian Wilhelm. Ueber die bürgerliche Verbesserung der Juden. Berlin und Stettin, bei Friedrich Nicolai 1781 - 1783. (4) Bll., (3 -) 200 S. [so kplt.]; Titel, 376 S. Halblederbände d.Zt. mit zwei farb. Rückenschilden und -vergoldung. an Bd.2 Rücken im unteren Drittel restauriert und Bandschild teils abgerieben, Ecken teils restauriert. 3.800,00 EUR
Erste Ausgabe (Goedeke VI,285,9.,4 [nur Bd.1]; Fürst I,210; Eichstädt 90 u. 106; Borst 410 [nur Bd.1]; Meyer, Mendelssohn 294 u. 295). - Bd.1 teils etwas, Bd.2 nur gelegentlich etwas stockfleckig, beide Bde vom oberen Schnitt her mit eher leichtem Feuchtfleck außerhalb des Textes. Zeitgenöss. Anmerkungen und Besitzeintrag "Freyberg" a.d. Vorsatz von Bd.1. - Mit beiden Teilen in erster Ausgabe zeitgenössisch einheitlich gebunden ist das "bahnbrechende", "epochemachende" Werk äußerst selten. "Dohm, ein Mitglied des Kreises um Moses Mendelssohn, hatte 1780 zusammen mit diesem eine Denkschrift zugunsten der elsässischen Juden verfaßt. Doch Anspruch auf Unsterblichkeit gewann er mit ... Über die bürgerliche Verbesserung ..., im September 1781 veröffentlicht. Der etwas doppelsinnige Titel läßt erkennen, daß diese Verbesserung in beiden Richtungen vonstatten gehen sollte." (R.Gay, Geschichte der Juden in Deutschland, München 1993, S.104). Als erster Nichtjude forderte Dohm die völlige bürgerliche Gleichstellung der Juden in Deutschland zu einer Zeit, als z.B. die Frankfurter Juden noch in einem mauerumschlossenen Ghetto lebten, dessen Tore allabendlich versperrt wurden. Die Resonanz auf den Traktat war groß, aber zwiespältig; die Auseinandersetzung damit bestimmt den Inhalt des zweiten Bandes, der einen Text Mendelssohns im Erstdruck enthält.
Aus Kapitel: Judaica | Bücher über 1.000 Euro
Der Titel ist bis zum Beginn der Antiquariatsmesse reserviert.



Forster, Georg. Unterricht für die Gemeineversammlungen, und die in den Städten einzurichtenden Urversammlungen, nebst einem Anhang von den Verrichtungen der Municipalitäten, u.s.f. zum Gebrauch der Einwohner der Gegenden zwischen dem Rhein und der Mosel. Mainz, gedruckt in der St. Rochusdruckerei, durch Johann Wirth 1793. Im zweiten Jahr der Frankenrepublik. Kl-4°. 20 S. Rückenbroschur d.Zt. 2.800,00 EUR
Erste Ausgabe (Fiedler, Forster 266; Haasis² S.39 [mit drei ganzseitigen Abbildungen]; Deutsche Jakobiner 3,176; Ausstellungskat. "Die Publizistik der Mainzer Jakobiner" 116). - S.9ff im Außenrand etwas fleckig, sonst ein sauberes, gutes Exemplar. - Äußerst selten; nur in wenigen Bibliotheken, im Handel nur das von mir früher angebotene und dann in W.Braeckleins Katalog "Bibliothek Heinz Wiedemann" (II, 676) nachweisbar. - Bei dem "Unterricht für Gemeineversammlungen" handelt es sich um die Wahlordnung für die ersten, trotz aller vorrangig der prekären Lage in Mainz geschuldeten Einschränkungen demokratischen Wahlen auf deutschem Boden. "Der 47 Paragraphen umfassende Unterricht vom 10.Februar bildete die organisatorische und juristische Grundlage für die Wahlen, die auf den 24.Februar festgesetzt wurden. Ein Anhang erläutert nochmals auf verständliche Weise die wichtigsten Begriffe und Verfahrensweisen. Maßgeblichen Anteil an der Abfassung hatte Georg Forster." (Publizistik S.237f.). Für Forster waren die Wahlen ein entscheidender praktischer Schritt bei der Verwirklichung seiner Vision einer republikanischen Verfassung für Deutschland. Der ganz von ihm formulierte Anhang zeigt sein Bemühen, "einfachen" Menschen konkret und ohne Abstraktionen etwas ihnen so Unbekanntes wie Wahlen und deren Umstände verständlich zu machen. Wie in anderen Texten dieser Zeit fand er auch hier zu einer Rhetorik, "die bildreich, fast dichterisch wirkt und gewiß zu den ‚Kostbarkeiten deutschen Vor- und Frühparlamentarismus gehört` - um sie mit Gerhard Steiner zu charakterisieren." (Publizistik S.84).
Aus Kapitel: Bücher über 1.000 Euro
Der Titel ist bis zum Beginn der Antiquariatsmesse reserviert.



Francisci, Erasmus. Das eröffnete Lust-Haus Der Ober- und Nieder-Welt; Bey Mehrmaliger Unterredung Vor dißmal so wol Von der Natur, Welt, Himmel und dem Gestirn insgemein Als auch insonderheit von dem Mond, der Sonnen und allen übrigen wandelbaren Sternen; Imgleichen von den Haar-Sternen oder Kometen wie auch gestirnten Einflüssen, Stuffen-Jahren, Talismannen oder vermeinten Krafft-Bildern, Würck- und Vorverkündigungen aus dem Gestirn, aus den Komet-Sternen und Geburts-Zeichen. Allen Natur- Kunst- und Tugendliebenden Augen zu beliebiger Ergetzung angewiesen. Mit einem Titel- und einem Textkupfer und 28 Kupfertafeln (davon zwei gefaltet). Nürnberg, In Verlegung Wolffgang Moritz Endter und Johann Andreae Endters Sel. Erben Anno MDCLXXVI. Kl-4°. Front., (7) Bll., 1576 S., (16) Bll. Pergamentband d.Zt. mit handschriftl. Rückentitel und Schutzkanten, ebda Pergament unten jeweils ca 3cm aufgeplatzt. Etwas fleckig, etwas angestaubt. 1.200,00 EUR
Erste Ausgabe (Dünnhaupt 26 [zählt nur 26 Tafeln]; Faber du Faur 737d). - Vorderes Vorsatz erneuert, Front. und Titel mit kleinen Randfehlstellen, mit Japanpapier hinterlegt, Einriss in einer Falttafel hinterlegt, gelegentlich etwas fleckig. - Trotz der beschriebenen Mängel ein gutes Exemplar dieses voluminösen Werks zur Popularisierung der astronomischen Erkenntnisse seiner Zeit. E.v. Finx (Lübeck 1627 - 1694 Nürnberg), der wegen seines "unstandesgemäßen Broterwerbs" (Dünnhaupt) als einer der ersten vollberuflichen Schriftsteller das Adelsprädikat abgelegt hatte, hat sein Werk dem berühmten Astronomen Johannes Hevelius (1611 Danzig 1687) gewidmet, mehr als 100 Seiten beziehen sich auf dessen Beobachtungen (Kartografie des Mondes und der Sonne). Die Theorien Keplers, Kopernikus`, Galileis u.a. werden ausführlich dargestellt und illustriert, daneben aber "auch der Astrologie, dem Prognostikationswesen, kabbalistischen, mythologischen und legendären Elementen ein breiter Raum eingeräumt." (Seebass, NF 325).
Aus Kapitel: Alte Drucke | Naturwissenschaften | Astronomie | Bücher über 1.000 Euro
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Hackert, Jakob Philipp und Balthasar Anton Dunker. Vues de la Sicile, peintes par Ia.Ph. Hackert, gravées par B.A.Dunker. Dediées à Son Altesse Royale Madame Marie Therese Infante des Deux Siciles Par son très humble très obeissant et très Soumis Serviteur Ja.Ph. Hackert. Mit zwölf Radierungen (inkl. Titel). À Naples chez Georges Hackert Graveur de S.M. le Roi de Deux Siciles (ca 1786). Quer-kl-4°. Zwölf Kupfertafeln (Plattengröße: ca 20x16cm; Blattgröße: ca 21,5x17cm). Halblederband d.Zt. mit vergoldetem Rückentitel. Berieben, Ecken und Kapitale bestoßen, Leder über den Gelenken rissig, kleine Fehlstelle im unteren Feld. 2.500,00 EUR
Erste Ausgabe (Nicolas, Dunker 44). - Papierbedingt leicht gebräunt, ein alter engl. Zeitungsartikel über "Pompeii" a.d. Vorsatz montiert. Der zeitgenöss. Buchbinder hat den Kupfern nur wenig weißen Rand gelassen. - Selten komplette Folge der sizilischen Ansichten, deren Vorlagen während Hackerts Reise dorthin in den Jahren 1777 entstanden. Ausführlich beschreibt Goethe die Reise nach dessen Aufzeichnungen in seiner 1811 erschienenen Biographie, die Hackerts Ruf als herausragender Landschaftsmaler seiner Epoche untermauerte.
Aus Kapitel: Reisen | Italien | Sizilien | Bücher über 1.000 Euro
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Knorr von Rosenroth, Christian; pseud. Des Vortrefflichen Herrn Johann Baptista Portæ von Neapolis Magia Naturalis oder Haus- Kunst- und Wunder-Buch. Zu erst von demselben Lateinisch beschrieben; hernach von Ihm selbst vemehret; nunmehr aber allen Liebhabern der natürlichen Wissenschafften zum besten, nicht nach dem alten Druck der Frantzösischen und Teutschen Edition, darinnen nur vier Bücher; sondern durch alle zwantzig Bücher gantz aufs neu in die Hochteutsche Sprache übersetzet; von allen Fehlern, so in dem Lateinischen Druck mit grossem Hauffen übrig geblieben und aufs neue eingeschlichen, aufs fleissigste gereiniget; in gewisse mit Zahlen unterschiedene Absätze abgetheilet; mit deutlichen Teutschen Kunstreimen gezieret; an Figuren gebessert, mit schönen Kupfern geschmücket; mit nothwendigen Anmerckungen und Auflösungen der darinn enthaltenen Rätzel wie auch vielen neuen ungemeinen guten Chymi[s]chen und andern Stücken vermehret, auch mit guten Registern versehen und in zweyen Theilen, deren das erste die ersten sieben; das andre die letzten dreyzehen Bücher in sich enthält, heraus gegeben Durch Christian Peganium, sonst Rautner genannt. (Erster -) Ander Theil. In zwei Bänden. Mit einem Titelkupfer, zwanzig Kupfertafeln und einigen Textholzschnitten. Nürnberg, in Verlegung Johann Ziegers Buchhändlers. Gedruckt zu Sultzbach durch Abraham Lichtenthaler Im Jahr Christi 1680. Front., (5) Bll., 990 S., (38) Bll. Register, (19) Bll. "ChymischeZugabe"; Titel, 876 S. [r. 874 S., Pag. springt von 846 zu 849], (18) Bll. Register. Halblederbände (um 1900) mit zwei farb. Rückenschilden und -vergoldung. Etwas berieben, Ecken etwas bestoßen, Kanten etwas beschabt, Schilde mit kleinen Fehlstellen. 3.200,00 EUR
Erste Ausgabe bzw. erste vollständige dt. Ausgabe (Dünnhaupt 15.1 [Knorr v.R.]; Knorrs Übersetzung nicht bei Ferguson und nicht bei Duveen, wo keiner der alchemistischen Texte Knorrs erwähnt wird; Graesse V,417 nur die zweite Auflage 1713/4). - Vereinzelt etwas fleckig, Eckabriss mit wenig Abbildungsverlust an einem Kupfer, insgesamt ein bemerkenswert frisches Exemplar. Zeitgenöss. Name a.d. Titeln, Exlibris a.d. Innendeckeln. - Christian Knorr (Alt-Raudten Schlesien 1636 - 1689 Groß-Albershof bei Sulzbach), 1668 in den Freiherrenstand erhoben mit dem Namenszusatz "von Rosenroth", ist heute noch eher als Dichter, als Mystiker und vor allem wegen seiner Kabbala denudata (zwei Teile, 1677 - 1684) als neben J.Reuchlin bedeutendster christlicher Kenner der Kabbala bekannt. Erst seit den 60er Jahren des 20.Jhrdts ist ein von England ausgehender Wandel in der Betrachtungsweise zu erkennen, seit 1990 trägt die Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft in Sulzbach dazu bei. Besonders Allison P. Coudert eröffnet mit etlichen Arbeiten zum Thema einen neuen Blick auf Zusammenhänge, die das Wirken Knorrs und des kongenialen Freundes und Mitarbeiters F.M.van Helmont als einen bisher unbeachteten, aber wesentlichen Aspekt in der Entwicklung zur Moderne darstellen. Denn "... the kabbalistic philosophy of van Helmont, Knorr, and their colleagues contributed to the emergence of modern science by promoting the idea that man was essentially good, human ingenuity a noble tool in the inevitable march of progress, and experiment a legitimate way to comprehend the book of nature and glorify God. ... van Helmont`s and Knorr`s kabbalistic philosophy offered a viable vitalistic alternative to atomism, Cartesianism, and the mechanical philosophy. Furthermore, it was perfectly possible to adhere to the Kabbalah while employing a genuine scientific methodology involving a skeptical, empirical, and mathematical approach to scientific knowledge. And finally, as we shall see, van Helmont and Knorr were deeply interested in the practical and technological aspects of their scientific endeavors, another characteristic of the scientific revolution." (The Kabbalah, Science, and the Enlightenment, S.2). Leibniz, der Knorr erst in dessen letzten Lebensjahren persönlich kennengelernt hatte und hoch schätzte und mit van Helmont intensiv zusammenarbeitete, ist in seiner Monadenlehre vermutlich sehr viel stärker von diesen beeinflusst, als bisher angenommen.
Aus Kapitel: Literatur | Okkultismus | Bücher über 1.000 Euro
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Lichtenberg, Georg Christoph. Ueber Physiognomik; wider die Physiognomen. Zu Beförderung der Menschenliebe und Menschenkenntniß. [Motto:] Not working with the Eye without the Ear, / And, but in purged Judgment, trusting neither. Shakespeare. Zweyte vermehrte Auflage. Göttingen, bey Johann Christian Dieterich 1778. (4) Bll., 93 S., (1) Bl. weiß. Späterer marmorierter Pappband mit Rückenschild. 1.400,00 EUR
Erste Buchausgabe (Goedeke IV,639,4; Jung 23). - Etwas stockfleckig, zeitgenöss. handschriftl. Verfasser- und Besitzername a.d. Titel. - Der berühmte Aufsatz, der schärfste Angriff auf die "physiognomische Raserei" (Lichtenberg), die im Gefolge von Lavaters Physiognomischen Fragmenten (1775-1778) nicht nur in Deutschland zur beherrschenden Mode wurde, erschien zuerst auf 24 eng bedruckten Seiten des Göttinger Taschen Calenders für 1778 und bewirkte solches Aufsehen bei Anhängern wie Gegnern der Physiognomik, dass Lichtenberg sich veranlasst sah, ihn leicht überarbeitet, in besser lesbarer Schriftgröße und v.A. mit einer 19seitigen Einleitung, datiert "im Jenner 1778", erneut drucken zu lassen.
Aus Kapitel: Psychologie | Bücher über 1.000 Euro
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Loen, Johann Michael von. Gesammlete Kleine Schrifften: Besorgt und heraus gegeben von J.C.Schneidern [Th.4:] J.B.Müllern. Erster (- Vierter) Theil. In vier Bänden. Mit vier Titelkupfern und vier gestochenen Titelvignetten (davon zwei wiederholt). Frankfurt und Leipzig, zu finden Bey Heinrich Ludwig Brönner [Th.4:] bei Philipp Heinrich Huttern 1753/1751 - 1752. Lederbände d.Zt. auf fünf Bünden mit zwei Rückenschilden und -vergoldung. Kapitale teils leicht bestoßen, etwas berieben, kl. Fehlstelle durch Wurmfraß im vorderen Gelenk an Bd.4. 1.500,00 EUR
Bd.1: Vierte Auflage; Bd.2: Zweyte Auflage; Bde.3 u.4: Erste Ausgabe (Goedeke III,348,10; FdF 1594). - Bd.1 mit Wurmgang im Bund. Zeitgenöss. Name a.d. Titeln. Marmorierte Vorsätze. - J.M.v.Loen (Frankfurt 1694 - 1776 Lingen), Großonkel Goethes, vielseitig gebildet und zu seiner Zeit hochangesehen. "Mehrfach äußerte der preußische Staat Interesse an der Person Loens, aber erst 1752 nahm dieser den Ruf Friedrichs II. ... an." (Killy 7,322). Als staatswissenschaftlicher Autor vertrat er stets einen "reformkonservativen" Standpunkt (Epstein). Die vorliegende, selten vollständige Sammlung bringt in Bd.1 Moralische Schildereyen, teils literarisch, teils biographisch (darunter Eosander von Göthe); Bd.2 bringt Kleine Staatsschrifften, darunter einiges zur Geschichte Frankfurts; Bd.3 enthält die kleinen Schriften zur Lebensweisheit; Bd.4 schließlich in drei Abteilungen unterteilt Critische Anmerckungen über die schöne Künste und Wissenschaften (u.a. vom Bücherschreiben; von der Thon-Kunst; von der Wahrsagerey), Briefe und Betrachtungen über allerhand Materien (u.a. Von der Staats-Kunst des Machiavels; von der Erziehung eines Printzens; Beweis, daß das Geld den ersten Rang habe), Jugendliche Reisen mit allerhand Anmerckungen (u.a. nach Berlin; dabei auch Anmerckungen über einige Höfe und abschließend Beschreibung der Alpen-Gebürge).
Aus Kapitel: Bücher über 1.000 Euro
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Malthus, Thomas Robert. Versuch über die Bedingung und die Folgen der Volksvermehrung. Aus dem Englischen von Franz Hermann Hegewisch. Erster (- Zweiter) Theil. In einem Band. Altona, bei J.F.Hammerich 1807. Gr-8°. XVI, 368 S.; VIII, 358 S., (1) Bl. Halblederband d.Zt. mit Rückenschild und -vergoldung. Leder a.d. oberen Kapital weitgehend schmal abgestoßen, Lederoberhaut etwas rissig, Ecken etwas bestoßen. 1.900,00 EUR
Erste dt. Ausgabe (PMM 251; Humpert 13008; Menger 484; Kress B.5222). - Papierbedingt leicht gebräunt. - Ursprünglich aus einem Streitgespräch auf der Grundlage von William Godwins Enquiry Concerning Political Justice (1792) zwischen T.R.Malthus und seinem Vater über die Möglichkeiten zur Vervollkommnungsfähigkeit menschlicher Gesellschaften entstanden und 1798 anonym veröffentlicht, arbeitete er seine epochemachenden Thesen in neuen Auflagen weiter aus. "Die gegenwärtige Uebersezung ist nach der dritten Ausgabe, Oktav, London 1806. Die Quartausgabe ist minder vollständig." (Hegewisch; S.V). Diese erste Übersetzung überhaupt machte Werk, Autor und Theorie in Deutschland umgehend berühmt.
Aus Kapitel: Bücher über 1.000 Euro
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Marpurg, Friedrich Wilhelm (pseud.). Legende einiger Musikheiligen. Ein Nachtrag zu den musikalischen Almanachen und Taschenbüchern jetziger Zeit, von Simeon Metaphrastes, dem jüngern. Nebst 2. Notentafeln (auf einer gefalteten Tafel). Cölln am Rhein, bey Peter Hammern (d.i. Breslau, bei Johann Friedrich Korn) 1786.(8) Bll., 331, (1) S. Kleisterpapierbezogener Pappband d.Zt. Etwas berieben, etwas bestoßen. 800,00 EUR
Erste Ausgabe (Eitner VI,S.341; Holzm/Boh. Pseud. S.181; Weller, fing. Druckorte I,S.131). - Vereinzelt leicht stockfleckig. - Sehr seltene Orig.-Ausgabe, seit Jahrzehnten kein Exemplar im JAP nachweisbar. F.W.Marpurg (Wendemark 1718 - 1795 Berlin), der "wohl bedeutendste Musikgelehrte seiner Zeit" (ADB 20,S.407) versammelt hier in "Sechzehn Dutzenden" Musikeranekdoten, deren "historische Authentizität" diese "erste deutsche Sammlung" zugleich zur "wertvollsten" (W.Reich, Nachwort zum Neudruck 1980, S.IX) macht. Nur zu einem geringen Teil schöpft er aus älteren Autoren, wo es um zeitgenöss. Personen (u.a. vielfach Bach, aber auch M.Mendelssohn [Meyer, Mendelssohn unbekannt] geht, bürgt er für Authentizität. Als Pseudonym, das schon früh gelüftet war, benutzte er den byzantinischen Verfasser einer Sammlung von Heiligenlegenden aus der Mitte des 10.Jahrhunderts.
Aus Kapitel: Musik
Der Titel ist bis zum Beginn der Antiquariatsmesse reserviert.



Oppenheimer, Leopold; seit 1836: Odrell. Göthe und Satan. Ein dramatisirter Dialog. Heidelberg, bei G.Reichard 1833. Gr-8°. 44 S. Bedruckte Orig.-Broschur. Etwas fleckig. 400,00 EUR
Einzige Ausgabe (Goedeke IV/II, 285, b.1 und IV/III,711,8; Engel, Bibliotheca Faustiana 1117). - Etwas stockfleckig. Geschenkexemplar des Verfassers an "Frau Dr.Meisinger" dat. "Frankfurt July 1839". Zwei handschriftl. Korrekturen von des Verfassers Hand. - Wohl die einzige literarische Veröffentlichung des Juristen Leopold Odrell (1804 Frankfurt am Main 1884). Odrell war der Sohn des "Frankfurter israelitischen Bürgers und Handelsmannes" (lt. Stadtarchiv Frankfurt) Isaac Abraham Oppenheimer und seiner Frau Rahel, geb. Lippmann. Nach Studium der Rechte in Heidelberg und Promotion ließ er sich 1835 als Anwalt in Frankfurt nieder. Nach der Prüfung vor dem Stadtgericht aus diesem Anlass wurde ihm ein "ungewöhnliches Talent" bescheinigt. Ein Jahr später beantragte er die Änderung seines Namens von Oppenheimer zu Odrell. Konvertiert war er vermutlich schon früher, was der Gebrauch des Vornamens Leopold in dieser Schrift von 1833 nahelegt (sein Geburtsname war wohl Löb Oppenheimer; Details gemäß einer Auskunft des Stadtarchivs Frankfurt in einem Exemplar des Buchs in der HAAB Weimar). Der vermögende, unverheiratet und kinderlos Gebliebene brachte vor seinem Tod sein Vermögen von einer dreiviertel Million Goldmark in eine nach ihm benannte Stipendienstiftung ein. Diese wurde 1939 (!) mit anderen Stiftungen von Personen meist jüdischer Herkunft umbenannt in "Pestalozzi-Stiftung"; sie arbeitet noch heute unter diesem Namen. In Frankfurt trägt eine Straße Odrells Namen.
Aus Kapitel: Literatur
Der Titel ist bis zum Beginn der Antiquariatsmesse reserviert.



Orth, Johann Philipp. Ausfürliche Abhandlung von den berümten zwoen Reichsmessen so in der Reichsstadt Frankfurt am Main järlich gehalten werden worinnen gar viele wigtige und merkwürdige materien vorkommen und gründlich ausgefüret werden welche auch zugleich zu besserer erkäntnis und erleuterung der deutschen geschichte, stats- und bürgerlichen rechte, samt gewonheiten älterer, mittlerer und neuerer zeiten überhaupt, dienen können mit beilagen, an den zalen 1. bis 85. vieler und zum teil noch ungedruckten Kaiserlichen freiheitsbriefe, urkunden und anderer nachrichten, auch einigen zusäzen und register. (Frankfurt), gedruckt mit Brönnerischen schriften 1765. 4°. (9) Bll., 724 S., (17) Bll. Pergamentband d.Zt. mit eingefärbtem Rückenschild. Leicht fleckig, etwas angestaubt. 2.700,00 EUR
Erste Ausgabe (Humpert 6192; Demandt I, 690; Stintzing/L. III/1,245). - Vereinzelt leicht fleckig, zeitgenöss. Name a.d. Innendeckel "Balthasar Beyer", handschriftl. Datum a.d. hinteren Innendeckel "24.Juni 1914", schwache rote Tintespuren a.d. Titel. - "Unentbehrliche Schatzkammer zur Kenntnis jener in ihrer Blütezeit ersten Messe der Welt mit ihren mancherlei kulturhistorischen Bezügen." (ADB XXIV,442). J.Ph.Orth (1698 Frankfurt 1783) "gehörte mit Heinrich Christian von Senckenberg und Johann Daniel von Olenschlager zu den Frankfurter Juristen des 18.Jhdts, die sich ‚durch umfassendes Wissen, tiefschürfendes Eindringen in die Rechtsquellen und Auslegung der Gesetze und Rechtsverordnungen` auszeichneten. ... [Er] betätigte sich als Privatgelehrter und juristischer Schriftsteller und erwarb sich ‚um das Frankfurter Recht und die frankfurtische Rechtsgeschichte ... ein unvergängliches Verdienst` durch seinen alles Bisherige sprengenden Kommentar zum Frankfurter Stadtrecht und seine Geschichte der Frankfurter Messe, ‚ein für die Frankfurter und deutsche Wirtschaftsgeschichte höchst wichtiges Quellenwerk.` Goethe bemerkt in Dichtung und Wahrheit ...: ‚Die historischen Kapitel desselben habe ich in meinen Jünglingsjahren fleißig studiert`." (A.Ottermann, Woher unsere Bücher kommen, Mainz 2011, S.97f.).
Aus Kapitel: Ökonomie / Wirtschaft | Messen | Frankfurt / Main | Bücher über 1.000 Euro
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Savigny, Friedrich Carl von. Vom Beruf unsrer Zeit für Gesetzgebung und Rechtswissenschaft. Heidelberg, bey Mohr und Zimmer 1814. (2) Bll., 162 S., (1) weißes Bl. Pappband d.Zt. mit Rückenschild. Rücken und teils Deckel etwas ausgebleicht, Ecken leicht bestoßen, Reste eines kleinen Aufklebers unterhalb des Schildes. 750,00 EUR
Erste Ausgabe (Goedeke VI,233,2; Borst 1210). - Auf schneeweißem Schreibpapier, nahezu fleckfrei. - "Savignys programmatische Publikation erschien 1814, dem Jahr, in dem der Wiener Kongreß begann, dessen Anliegen einer politischen Restauration sie gleichsam intellektuell legitimierte. Das Recht, so der Verfasser, sei wie die Sprache und die Dichtung ein Ausdruck des historisch gewachsenen Volksgeistes" (K.Günzel. Die Romantiker, 1995, S.255). Die berühmte Schrift wurde über den engeren rechtswissenschaftlichen Rahmen hinaus zu einem wesentlichen Beitrag zur romantischen Theorie des Staates. "Der Begriff "Volksgeist wird zur magischen Formel, mit deren Hilfe sich bestehende politische und soziale Antagonismen als sekundär relativieren lassen." (H.Schanze, Romantik-Handbuch, Tübingen 1994, S.512).
Aus Kapitel: Recht
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Weise, Christian. Der Grünen Jugend Nothwendige Gedancken, Denen Uberflüßigen Gedancken entgegen gesetzt Und zu gebührender Nachfolge, so wol in gebundenen als ungebundenen Reden allen curiösen Gemüthern recommendirt. Mit einem Kupfertitel. Leipzig, Verlegts Johann Fritzsche, Weißenfels, Druckts Joh. Brühl, Illustr.August. Buchdr. 1675. Front., (7) Bll., 304, (1), 305 - 687 S. [durch die ungezählte Seite nach 304 bedingt sind die ungeraden Seiten von 305 an links]. Pergamentband d.Zt. mit durchgezogenen Bünden und Schutzkanten, zeitgenöss. handschriftl. Rückentitel. Leicht fleckig, leicht angestaubt. 1.500,00 EUR
Erste Ausgabe (Dünnhaupt 30.1; Goedeke III,279,5a [ungenau]; F.d.F. 1616; Wolfskehl 431; Seebass I,1807). - Der übergroße Kupfertitel ca 1cm eingefaltet und außen außerhalb der Abb. etwas ausgefranst. Zeitgenöss. Name a.d. Titel, älterer Namenstempel a.d. Vorsatz. Vereinzelt leicht fleckig. - Bemerkenswert frisches, wohlerhaltenes Exemplar der "höchst seltenen ersten Ausgabe" dieses "in vieler Hinsicht bedeutsamen Werks ... enthält im ersten Teil (S.1 - 304) die seit etwa 1668 in Weises Leipziger- und vor allem Weißenfelser Zeit entstandenen lyrischen Gedichte, größtenteils Gelegenheitsgedichte auf Personen, auf Hochzeits- und Geburtstagsfeiern, auf Begräbnisse usw. Manches davon ist als Libretto für musikalische Kompositionen gedacht. (Eitner X,215 hebt an Weise besonders hervor, daß er ‚Komponisten bewog, seine Gedichte in Musik zu setzen.`). Der zweite Teil (S.305 - 433) enthält eine Poetik in Prosa mit zahlreichen Gedichtbeispielen (aus Weises Feder), in der Weise seine Gedanken über Vers- und Reimkunst, Rhetorik, Wort- und Fremdwortgebrauch in der lyrischen Poesie entwickelt; ... S.350ff. wird Einiges über das Verhältnis von Poesie und Komposition gesagt" (Seebass). "Weises Lyrik ist bürgerlich, sie betont das Natürliche und Selbstgewachsene, ... Deshalb wurden viele seiner Gedichte zu Volksliedern." (Newald).
Aus Kapitel: Literatur | Bücher über 1.000 Euro
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