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Kapitel: Inkunabeln

Durandus, Gulielmus. Rationale divinorum officiorum. (Speyer, Peter Drach, nicht nach 1476). Folio, circa 28,5 x 21,5 cm. 3 Blatt ohne das erste weisse, 356 num. Bll. - 2 Blätter in zeitgenössischer Handschrift. Pergament d. 18. Jh. 7.000,00 EUR
GW 9109; H 6467; BSB-Ink D-329; IG 931; ISTC id00412000 Unfirmierter Druck von Peter Drach d.A¨. in Speyer nicht nach 1476 (Besitzvermerke). - Sehr seltene und frühe Ausgabe des "Rationale", einem Kompendium zur Liturgie, das die Ursprünge, Traditionen und symbolischen Bedeutungen christlicher Riten erklärt. Es gilt als eine der wichtigsten Darstellungen der mittelalterlichen Liturgie im Westen und dient heute auch als bedeutende Quelle für die Architektur und Innenausstattung der Kirchengebäude sowie die Funktion von Geräten und Bildern. - Das vorliegende Exemplar ist durchgehend rubriziert und enthält zahlreiche grosse rote Initialen. Die Blätter 53 und 58 wurden offenbar beim Druck oder Binden vergessen und bereits zeitgenössisch in den Druck immitierender Handschrift ergänzt. Es gibt zahlreiche Belege für ähnliche Fälle, wo noch der Verleger bzw. Drucker fehlerhaft hergestellte Bögen ergänzen liess. Unser Exemplar ist ein schönes Beispiel aus der frühen Buchherstellung in Handarbeit mit den unvermeidlichen Missgeschicken und ihrer eleganten Lösung. - Schönes Exemplar, nur geringfügig gebräunt, meist sehr sauber und frisch. Das erste weisse Blatt nicht vorhanden, das zweite mit kleiner Randausbesserung oben (ohne Textberührung). Zu Beginn wenige Wurmstiche ohne Textverlust.
Anbieter: Rezek Thomas Tel: 089 28879165 Mobil: 0173 8799355 arezek@web.de
Der Titel ist bis zum Beginn der Antiquariatsmesse reserviert.


Gratianus. Decretum Gratiani summo studio elaboratum: correctum et cum libris Biblie accurate concordatum. Basle: Johannes Froben de Hammelburg 13th of June 1493, 519 unnumbered leaves (missing the last blank), with 1 large woodcut (Gratianus sitting and writing surrounded by the Prophetes, Apostles and Saints), numerous initials printed in red, gothic type, black and red printed text in two columns surrounded by the commentary, contemporary blindstamped calf (with remains of ties), with one contemporary ribbon of leather used as bookmark, large 4° (22,5 x 16,5). 18.500,00 EUR
GW 11377; Hain-C 7912; Goff G384; BSB-Ink G-278; Schreiber 4117; IGI 4410; Madsen 1763; Voullieme, Berlin 594; BMC III 790; Wilhelmi, Brant 345. Signatures: a-z8, &8, A-Z8, AA-SS8 (-1). Beautiful edition revised by Sebastian Brant and with the text by Gratianus (12th century) surrounded by the apostilles by Johannes Teutonicus Zemeke and Bartholomeus Brixiensis (? - 1258). Sebastian Brant (1458 - 1521) was professor for law in Basle. His famous work `Narrenschyff` was published in the same year at Froben`s officina, who was starting to evolve into Basle`s most important printer of the 16th century. Johannes Teutonicus Zemeke ( ? - 1245) was professor for law in Bologna. He used the `Glossa Palatina` to edit the Decretum Gratiani. This work is his main work and became one of the most important works in the history of juridical literature. (See Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon III, 596). This copy with the beautiful woodcut portrait of Sebastian Brant (after a portrait by Tobias Stimmer) mounted on inner cover. A beautiful clean copy on strong paper in a remarkable German Renaissance binding by a bookbinder in Southern Germany , operating between 1475 and 1515. (cf. Einbanddatenbank: EBDB s 029713; Werkstatt Maria XII)
Anbieter: Aix-la-Chapelle Tel: 0241 30872 talke@aix-rarebooks.com
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Johannes [Johannes (Rumsich) von Freiburg]. Summa confessorum, deutsch von Bruder Berthold, Prediger ordens. Ulm, Konrad Dinckmut 12. November 1484. Klein Folio (ca. 27 x 19,5 cm). 198 Bl. (statt 200 ohne die weißen Blätter am Beginn und am Ende: 13 nicht num. 185 num.). Gotische Type, 35 Zeilen. Mit zahlreichen teils figürlichen Holzschnitt-Initialen. Zeitgenössisches blindgeprägtes Schweinsleder über Holzdeckeln mit Messingschliessen. 9.500,00 EUR
Einband sorgfältig restauriert, Bezug stellenweise hinterlegt, Vorsätze erneuert, Schliessen wohl von einem anderen Exemplar ergänzt. Durchgehend im Oberrand braunfleckig nach Feuchtigkeitseinwirkung, stellenweise auch weitere Papierpartien betroffen. Die ersten Bl. und das letzte wegen Ausdünnung alt im Rand hinterlegt. Das erste Registerblatt mit zeitgenössischem Titeleintrag und Anmerkung zum Übersetzer. Das erste Textblatt mit Besitzeintrag "Liber Georgij Reysing 1512", dort im Fußsteg "Jesum Cristum Aamen". Dies abgewandelt zu "Jesus Cristus Aamen" auf Bl. CXXX recto. GW M13606. ISTC ij00321000. Goff J-321. Pr 2564. BMC II 534. BSB-Ink I-570. Fehler in der Foliierung: "Das. cv. blat" (statt cij., wie in Heidelberg und München), ebenso "Das xxxiii blat" (statt cxxxiii). Seltene Inkunabel, weltweit in ca. 30 vollständigen Exemplaren nachgewiesen. GW meldet eine Gesamtüberlieferung von 42, wovon allerdings 3 lediglich Einzelblattnachweise sind und 9 inkomplett (fehlen nur weiße Blätter, wie hier, wurden die Ex. als komplett gezählt). Johannes von Freiburg, Dominikanertheologe und Kanonist, geboren in der 2. Hälfte des 13. Jahrhundert in Haslach (Kinzigtal), gestorben am 10.3.1314 in Freiburg im Breisgau "war Schüler Ulrichs von Straßburg. In Freiburg wirkte er in der Seelsorge seines Klosters, wo er Lektor der Theologie und Prior wurde. Literarisch widmete er sich als Repräsentant der kasuistischen Moral- und Pastoraltheologie der sog. Beichtstuhljurisprudenz. Mit Recht kann J. als Fortsetzer des Werkes Raymunds von Peñafort gelten. Sein eigenes Schrifttum zeichnet sich durch wissenschaftliches Format, tiefes Rechtsverständnis und elegante Latinität aus. Er … schrieb vor 1290 als Hauptwerk die weitverbreitete ". Fr. Merzbacher in NDB 10 (1974), S. 550 f. Nach neueren Darstellungen (Marlies Hamm in: Verfasser Lexikon², IV, 1983, Sp. 605-611.) war Johannes 1268 möglicherweise der Reisebegleiter des Albertus Magnus auf dessen Reise nach Mecklenburg und weilte vor 1277 zu Studienzwecken in Paris (während der Lehrzeit von Thomas von Aquin und Johannes von Varzy). M. Hamm bezeichnet die vorliegende Summa confessorum, die erstmals 1476 in Augsburg gedruckt wurde, als "Höhepunkt der Beichtsummenliteratur". Dinckmut "war zunächst anscheinend als Drucker von Blockbüchern tätig und wandte sich um 1480 dem Letterndruck zu; sein erstes datiertes Buch stammt aus dem Jahre 1482. Er war der fruchtbarste Buchdrucker Ulms im 15. Jahrhundert nach Johann Zainer und brachte ganz überwiegend deutschsprachige, vielfach mit Holzschnitten geschmückte Werke heraus… Seine Typen zeigen zum Teil ausgeprägte Eigenart, seine Holzschnittinitialen sind zum Teil romanischen Initialen nachgebildet. D. ist urkundlich auch als Buchbinder nachzuweisen, gehört aber trotz dieser vielseitigen Tätigkeit zu den Druckern des 15. Jahrhunderts, denen ein wirtschaftlicher Erfolg versagt blieb. Schon 1488 mußte er Drucke verpfänden, dann sein Haus verkaufen und zuletzt die Restauflage des Terenz und des Lirer seinem Gläubiger Hans Nythart überlassen. 1496 stellte er seine Drucktätigkeit ein, 1499 verließ er Ulm; über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt." F. Geldner in NDB 3 (1957), S. 726. Im Register mit 20 Initialen, die jeweils vierzeilig sind. Im Haupttext 21 große, jeweils achtzeilige Holzschnitt-Initialen, die teils figürlich ausgestaltet sind, häufig mit Drachen und Fabelwesen. Beide Initial-Gruppen sind jeweils in alphabetischer Reihenfolge angeordnet, wobei das große M auf Blatt 120 (ebenso wie in München) fehlt und stattdessen eine Initialspatie zeigt. Als weiteres Kuriosum ist zu vermerken, dass eine Anweisung an den Setzer nicht getilgt, sondern in den Drucktext übernommen wurde: Am Fuss von Bl. 12 recto heisst es "Sequitur littera B", was auch auf 12 verso umgesetzt wurde. Über dieses Versehen hinaus ist dies ein Hinweis darauf, dass der Setzer Latein lesen konnte.
Anbieter: Fritzen Peter Tel: 0651 4367673 Mobil: 0651 4367673 antiquariat-fritzen@t-online.de
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Sylius (Silius) Italicus. Belli punici II. Compendium (Punica). Cum Commentariis Petri Marsi. Venedig, [Joannes Tacuinus] duodecimo Kalendas octobres [= 20. IX. 1493]. Folio. (30,5 x 21,5 cm). 155 nn Bll. (ohne das letzte weiße). Pergament um 1800 mit handschriftlichem Rückentitel (kaum fleckig). 5.000,00 EUR
Goff S-509. Hain 14741. Hain-Copinger, Index S. 275 (mit dem Verweis auf den Drucker, der im Text nicht angegeben ist). GW M 42109. - Dritte Ausgabe mit dem Kommentar des italienischen Philologen Pietro Marso, der erstmals 3 Jahre zuvor erschienen war. Der Text wurde 1415 während des Konstanzer Konzils von dem italienischen Humanisten Poggio Bracciolini in St. Gallen wiederentdeckt. "Besonderen Reiz üben einige episodische Einlagen sowie die Schilderung von Hannibals Pyrenäen- und Alpenüberquerung aus." (KLL). Den Text des Silius (bis zu 46 Zeilen) umlaufender Kommentar (bis zu 60 Zeilen). Mit einigen eingedruckten Initialen, häufig aber auch freien Spatien. - Teilweise etwas wasserrandig, vor allem anfangs zahlreiche alte Anmerkungen in Tinte, wenige kl. Wurmlöcher, Titel etwas fleckig u. mit altem Besitzvermerk, 2 Blatt stärker gebräunt, in den Innengelenken angebrochen, jedoch kompakt. - Insgesamt gutes Exemplar dieser seltenen Inkunabel.
Anbieter: Osthoff Daniel Tel: 0931 572545 Antiquariat.Osthoff@t-online.de
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