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Aus Kapitel: Handschriften | Theologie | Bücher über 1.000 Euro

Der Illuminator mit der Maske - Trier, Erzbistum. Antiphonar. Lateinische Handschrift auf Papier. Trier, ca. 1680 (nach 1671). Gr.-Fol. (ca. 44 x 32 cm). [7], 208 num. Bl. (o. d. wohl weiße fol. 89). Blattgröße 42,5 x 29,8 cm, Schriftspiegel ca. 38 x 24 cm. Mit ca. 160 Initialen in bunten Deckfarben und Tinte, zahlreichen Initialen in Rot sowie bunter Bordüre am Anfang. Musiknotation auf 5 schwarzen Linien. Hervorhebungen in Rot, einige Überschriften in alternierend bunten Buchstaben. Blindgeprägtes zeitgenössisches Schweinsleder über Holzdeckeln mit 5 (von 10) Messingbeschlägen auf den Deckeln. Mit Pergamentmanuskriptfragmenten wohl des 14. Jahrhunderts. 7.800,00 EUR
Beschläge des Rückdeckels fehlen, Messingschliessen ergänzt. Buchblock gelockert, mehrere Blätter mit großen, teils alt laienhaft restaurierten Einrissen, wie bei Antiphonaren üblich, daher auch stellenweise mit Randläsuren, etwas gebräunt und fingerfleckig. Dekoratives Antiphonar, geschrieben für eine Kirche des Erzbistums Trier mit reicher Illumination. Die Lokalisierung ist aufgrund des Festkalenders am Ende unstrittig. Für die Datierung findet sich auf fol. 206r. ein Terminus post quem (Fest der Hl. Rosa von Lima, der ersten Heiligen Amerikas, heiliggesprochen 1671). Fol. 120r. mit montiertem Blatt aus einem älteren Antiphonar. Bei dem fehlenden herausgetrennten Blatt 89 handelte es sich wahrscheinlich um ein weißes, wie das folgende weiße Bl. 90. Unter der Auszierung der Initialen fällt beim Buchstaben "C" eine Besonderheit auf. Die Seitenansicht eines Gesichtes wird stark vereinfacht (mit wenigen Federzügen, sehr modern anmutend) in die Wölbung eingefügt. Mehr als 20 mal findet sich diese Skizze (farblich abgewandelt) in der Handschrift. Da dies zugleich die einzige antropomorphe Zeichnung ist (in wenigen weiteren Initialen wird das Gesicht auch an den Buchstaben "E" angelehnt), kommt diesem Detail eine erhöhte Signifikanz zur Identifizierung des Illuminators zu. Bisher war es allerdings nicht möglich das Skriptorium, und damit jenen unbekannten "Meister der Maske" genauer zu lokalisieren. Auch die Einbandstempel konnten keinen Betrag leisten. In Frage kommt allerdings lediglich der deutschsprachige Teil des Erzbistums (also mit Teilen des ehem. Herzogtums Luxemburg), da sich verschiedentlich deutsche Einsprengsel im lateinischen Text finden. Es besteht allerdings berechtigte Hoffnung, dass dies aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung von Handschriften in nicht allzu ferner Zukunft möglich sein wird.
Anbieter: Fritzen Peter Tel: 0651 4367673 Mobil: 0651 4367673 antiquariat-fritzen@t-online.de
Der Titel ist bis zum Beginn der Antiquariatsmesse reserviert.

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