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Chapters: Handwritings

Bordesholm, Manuskript-Inventar bei Klosteraufhebung - Deutsche Handschrift auf Papier: "Inventarium der Breffe und Segell, so Marquardus Stammer… im Closter Betlehem Binnen Zwolle… den 23. Novembris Ano [15]66". Bordesholm in Schleswig-Holstein, 1566. circa 30,5 x 11 cm. 12 Blatt (24 Seiten). Originaler Heftfaden. 1.500,00 EUR
Bedeutende, unveröffentlichte Handschrift, erstellt bei der Aufhebung des Augustiner-Chorherren-Stiftes in Bordesholm - eigenhändig vom ehemaligen Propst geschrieben und am Schluss unterzeichnet: "Marquardus Stamer manu propria". Die Regeste lautet: "Inventarium der Breff und Sigell". - Stamer verzeichnet im ersten Teil die "In der Laden mitt N(ummern) aufbewahrten 58 Urkunden, dann im zweiten Teil die in einer "kleinen Schachtelen" aufbewahrten "volgende breffe" (insgesamt 17), darunter Nr. 15 den Beleg, dass Hamburg schon damals hoch verschuldet war: "Herr Albert Hackman Bürgermeister ihn Hamborch schuldich dem Closter Viffhundert marck …" (Albert Hackmann war Bürgermeister von 1553-1580). - Fleckig und am rechten Rand teils beschädigt (teils geringer Textverlust im Aussenrand). - Wichtiges, unpubliziertes Dokument zur Geschichte des Klosters Bordesholm. Offensichtlich auch das einzige erhaltene handschriftliche Dokument des Propstes Marquardus Stamer.
Exhibitor: Rezek Thomas Tel: 089 28879165 Mobil: 0173 8799355 arezek@web.de
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Der Illuminator mit der Maske - Trier, Erzbistum. Antiphonar. Lateinische Handschrift auf Papier. Trier, ca. 1680 (nach 1671). Gr.-Fol. (ca. 44 x 32 cm). [7], 208 num. Bl. (o. d. wohl weiße fol. 89). Blattgröße 42,5 x 29,8 cm, Schriftspiegel ca. 38 x 24 cm. Mit ca. 160 Initialen in bunten Deckfarben und Tinte, zahlreichen Initialen in Rot sowie bunter Bordüre am Anfang. Musiknotation auf 5 schwarzen Linien. Hervorhebungen in Rot, einige Überschriften in alternierend bunten Buchstaben. Blindgeprägtes zeitgenössisches Schweinsleder über Holzdeckeln mit 5 (von 10) Messingbeschlägen auf den Deckeln. Mit Pergamentmanuskriptfragmenten wohl des 14. Jahrhunderts. 7.800,00 EUR
Beschläge des Rückdeckels fehlen, Messingschliessen ergänzt. Buchblock gelockert, mehrere Blätter mit großen, teils alt laienhaft restaurierten Einrissen, wie bei Antiphonaren üblich, daher auch stellenweise mit Randläsuren, etwas gebräunt und fingerfleckig. Dekoratives Antiphonar, geschrieben für eine Kirche des Erzbistums Trier mit reicher Illumination. Die Lokalisierung ist aufgrund des Festkalenders am Ende unstrittig. Für die Datierung findet sich auf fol. 206r. ein Terminus post quem (Fest der Hl. Rosa von Lima, der ersten Heiligen Amerikas, heiliggesprochen 1671). Fol. 120r. mit montiertem Blatt aus einem älteren Antiphonar. Bei dem fehlenden herausgetrennten Blatt 89 handelte es sich wahrscheinlich um ein weißes, wie das folgende weiße Bl. 90. Unter der Auszierung der Initialen fällt beim Buchstaben "C" eine Besonderheit auf. Die Seitenansicht eines Gesichtes wird stark vereinfacht (mit wenigen Federzügen, sehr modern anmutend) in die Wölbung eingefügt. Mehr als 20 mal findet sich diese Skizze (farblich abgewandelt) in der Handschrift. Da dies zugleich die einzige antropomorphe Zeichnung ist (in wenigen weiteren Initialen wird das Gesicht auch an den Buchstaben "E" angelehnt), kommt diesem Detail eine erhöhte Signifikanz zur Identifizierung des Illuminators zu. Bisher war es allerdings nicht möglich das Skriptorium, und damit jenen unbekannten "Meister der Maske" genauer zu lokalisieren. Auch die Einbandstempel konnten keinen Betrag leisten. In Frage kommt allerdings lediglich der deutschsprachige Teil des Erzbistums (also mit Teilen des ehem. Herzogtums Luxemburg), da sich verschiedentlich deutsche Einsprengsel im lateinischen Text finden. Es besteht allerdings berechtigte Hoffnung, dass dies aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung von Handschriften in nicht allzu ferner Zukunft möglich sein wird.
Exhibitor: Fritzen Peter Tel: 0651 4367673 Mobil: 0651 4367673 antiquariat-fritzen@t-online.de
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Englische Grand Tour aus der Dienerperspektive - Deutsche Handschrift des Carl Feder, der als Diener einer Viscountess Ranelagh durch Deutschland, die Schweiz und Italien reist. "Reiseroute des Carl Feder von Darmstadt nach Rom 1835" (Deckelschild). Darmstadt u.a., 1835-1836. circa 21,5 x 17,5 cm. 218 beschriebene Seiten, 4 Blatt Register, 2 Blatt mit Bleistiftzeichnungen und 64 weisse Blatt. Halb-Leder d. Zt. mit hs. Deckelschild. 1.000,00 EUR
Reisetagebuch des deutschen Dieners Carl Feder, der die englische Dame Viscountess Ranelagh durch Deutschland, die Schweiz und Oberitalien nach Rom, sowie über den Gotthard zurück bis nach Wallenstadt begleitet. Besonders reizvoll sind die Aufzeichnungen durch ihre Perspektive "von unten". Kunsthistorisches wird zwar auch aufgezählt, Feder interessiert sich vor allem aber für die Details des Alltags: Wege- und Brückengeld, Zoll- und Pass-Formalitäten, Qualität der Gasthäuser und des Essens, Preise für Übernachtung und Dienstleistungen etc. Auf den letzten Blättern findet sich ein Verzeichnis der Poststationen auf dem Weg von Darmstadt nach Mailand, ein Verzeichnis des "Chaussee-, Pflaster-, Brückengelds welche ich auf der Reise für 3 Pferde verausgabte", dann ein Verzeichnis aller Gasthäuser, in denen er logierte (im Text werden sie jeweils charakterisiert und manchmal auch scharf kritisiert). Seine Notizen sind eine reiche Quelle für all die banalen Alltagsprobleme, denen sich Reisende in der Biedermeierzeit ausgesetzt sahen, die dann aber in den literarischen Reiseberichten kaum Erwähnung fanden. - Leicht gebräunt, wenig fleckig und berieben. Gut erhalten. - Einige Transkriptionen als Kostproben sind auf Anfrage verfügbar.
Exhibitor: Rezek Thomas Tel: 089 28879165 Mobil: 0173 8799355 arezek@web.de
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Handschrift - Veterinärmedizin - [Anonym]. "Pathologie für Johann [...] [...] ller von Tübingen 1839. "Patologie von Herrn Professor Haering vorgetragen im Jahr 1839" [= Vortitelblatt]. Gut lesbare deutsche Handschrift in Sütterlin. [Tübingen], 1839, ca. 21 x 17,5 cm, 426 (4) Seiten, Einleitung, Text, alphabethisches Inhaltsverzeichnis am Schluss, Original Halblederband der Zeit, unleserlich gemachtes Titeletikett, berieben, Gebrauchsspuren. 350,00 EUR
Krankheit - Diagnose - Symptome - Behandlung; z. B. Kraetze beim Pferd, Tollheit, Klauenseuche, Kuhpocken, Schafpocken...
Exhibitor: Stader Kunst-Buch-Kabinett Tel: 04141 777257 staderkunstbuchkabinett@t-online.de
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Medieval manuscript fragment Missal. 200,00 EUR
Leaf on vellum in gothic script, to be dated to the XV century, of German provenance. Leaf dimensions: about mm. 325 x 235; writing space: mm. 235 x 155. Text in black ink with red headings, arranged on 21-lines single column. The decoration set includes several red and blue initials extending over one or two lines, with watermarked colour contrasting extensions, as well as red and blue pilcrows. This leaf has been re-used from a binding marked by writings and traces of use. Recto , line 12, Epistle Of Saint Paul To The Galatians, chapter 4: Quanto tempore haeres parvulus est, nihil differt a servo, cum sit dominus omnium sed sub tutoribus et actoribus est usque ad praefinitum tempus a patre ita et nos cum essemus parvuli, sub elementis mundi eramus servientes. At ubi venit plenitudo temporis, misit Deus Filium suum factum ex muliere, factum sub lege, ut eos, qui sub lege erant, redimeret, ut adoptionem filiorum reciperemus.
Exhibitor: Solmi Giuseppe Tel: 051 / 6511029 giuseppe.solmi@tin.it
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Medieval manuscript fragment Missal with music. 320,00 EUR
Leaf on vellum in gothic script, to be dated to the end of XIII century, of French provenance. Leaf dimensions: about mm. 270 x 200; writing space: mm. 190 x 130. Text in black ink with red headings, arranged on 30-lines double column. The decoration set includes two big red or blue initials with contrasting penworks and several smaller in black ink with red lines. Liturgical codex with texts set to music: the gothic neumatic notation on a tetragram has been drawn in red ink. This leaf has been re-used from a binding marked by writings and traces of use. Verso line 3 chant: Dixit autem Maria ad angelum ecce ancilla domini fiat mihi secundum verbum tuum.
Exhibitor: Solmi Giuseppe Tel: 051 / 6511029 giuseppe.solmi@tin.it
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Wahnsinn mit Methode, eine Kosmographie aus der Irrenanstalt in Rufach - Umfangreiche Handschrift mit vielen Illustrationen. "Über den Lauf der Welt oder wie es geht und steht im Raume der Schöpfung. Kosmographische Studien von Gotthilf. Bezirks-Heil- und Pflegeanstalt Rufach 1917". Rouffach im Elsass, 1917. circa 21,8 x 17,3 cm. VIII, 200 Seiten, 2 Blatt Index, mit 5 Bildtafeln, vielen Tabellen, Skizzen und figürlichen Illustrationen. Halb-Leinen d. Zt. 2.400,00 EUR
Bemerkenswerte Handschrift aus dem Grenzbereich zwischen Genie und Wahnsinn, verfasst von einem gewissen Gotthilf, der wohl Mathematik und Astronomie studiert, eventuell auch gelehrt haben muss. Seine teils recht komplizierten Berechnungen sind bis auf die neunte Kommastelle korrekt und verbinden Erkenntnisse der Kosmologie, Geodäsie, Chronologie etc. mit biblischen Berichten. Nach einer mathematisch unterfütterten Darstellung der sieben Schöpfungstage folgen Kapitel zur Kosmographie mit teils komplexen Spezialproblemen, wie: "Parallaktischer Fächer nach der scheinbaren Grösse beider Gestirne, die Sonne in Erdferne und der Mond in Erdnähe..." - alles auf das sauberste nachgerechnet und in verschiedenen Formeln sowie Diagrammen dargestellt. Neben sehr nüchternen, auch dem landläufigen Astronomen vertrauten Phänomenen finden sich originellere Berechnungen z.B. über die Flächen, die einzelne Engel bewohnen (122,73 Quadratmeilen heiligen Landes). Abgeschlossen wird die Handschrift mit Kapiteln über die Tierkreiszeichen sowie den Lauf des Mondes und der Sonne in Straßburg 1912-1915. - Die "Heil- und Pflegeanstalt des Bezirkes Ober-Elsass" in Rufach wurde 1909 gegründet und fiel mitsamt dem schönen Elsass und all den wertvollen Erkenntnissen von Gotthilf 1918 an Frankreich. - Gut erhalten, sehr elegant geschrieben und hübsch illustriert.
Exhibitor: Rezek Thomas Tel: 089 28879165 Mobil: 0173 8799355 arezek@web.de
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Zitrusfrüchte in der Küche, Manuskript-Kochbuch - "Koch-Buch. Worinnen allerhandt Teutsch, und delische Obst: Früchten, auch andere Edle Sachen einzumachen, dann Vielle Heylsame Latweryn, Säffte, Salsen, und dem Menschen-Cräfften dienstliche Sachen einzusüden gelehret werden, daß sich dardurch ein Edles und Emsiges Frauen-Zimmer nicht nur allein genüglich üben, sondern auch in dieser großen Weldt, in dem Werth einer Ruhm- und Liebenswürdigen Künstlerin, gewisslich setzen kann. Verfast, und abgeschrieben Von mir Anton Ferdinandt Czenek de Werthenberg. Anno 1770". wohl Böhmen, 1770. Folio, circa 34,5 x 22,8 cm. 233 paginierte Seiten, 2 w. Bll. Leder d. Zt. mit Rückenvergoldung und Rückenschild "Wertenberg". 1.200,00 EUR
Sehr ungewöhnliche Kochbuch-Handschrift: Das Folio-Format kommt bei Kochbüchern so gut wie nie vor und dass ein Adliger ein Kochbuch eigenhändig für "emsige Frauenzimmer" aufschreibt, dürfte bei seinen Standesgenossen wohl für Stirnrunzeln gesorgt haben. Eigenhändig ist das Manuskript nur bis zur Seite 134, dann übernehmen andere Hände. Czenek scheint sich nur für Südfrüchte, Obst, Zucker und die Kunst des Einmachens interessiert zu haben. Fleischgerichte kommen in seiner Abteilung gar nicht vor. Diese beginnt "Wie man die Citron einmacht" und es folgen zahllose weitere Rezepte zum Umgang mit Zitronen und Orangen (die natürlich nur in der adeligen Küche reichlich vorhanden waren): "Citron -Schollen in gläßerne Schallen einzumachen", "Wie man Pomeranzen Schallen contirn sol, oder mit Zucker Candelt" etc. - Leicht gebräunt und wenig fleckig, Einband am Rücken berieben, Kapitale bestossen, insgesamt jedoch gut erhalten und in klarer Schönschrift geschrieben. Unveröffentlichtes, sehr ungewöhnliches Kochbuch.
Exhibitor: Rezek Thomas Tel: 089 28879165 Mobil: 0173 8799355 arezek@web.de
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