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Makart - Wien`s Huldigungs-Festzug zur Feier der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares nach Aquarellen von Ed. Stadlin (Deckeltitel). Hans Makart`s Festzug der Stadt Wien als Huldigung zur silbernen Hochzeit des Kaiserpaares naturgetreu chromolithogr. dargestellt von E. Stadlin. 27. April 1879. (Lieferungstitel). Wien, Perles 1880. Quer-Großfolio (37,5 x 68 cm). Titelblatt, [4] Bl. Text, [46] Bl. Tafeln mit montierten Original-Chromolithographien. Illustrierte rote Original-Ganzleinenmappe. 1.200,00 EUR
Einband etwas fleckig. Trägerkartons meist stockfleckig, die Tafeln jedoch sauber und farbfrisch. Kein österreichischer Künstler erlangte im 19. Jahrhundert eine derart prominente Stellung wie der "Malerfürst" Hans Makart (1840-1884). Inbegriff des "Makart-Stils" ist sein Atelier: Ort der Repräsentation und Selbstinszenierung, Arbeits- und Ausstellungsstätte, aber auch gesellschaftlicher Treffpunkt: Hier fanden opulente Künstlerfeste statt, hierher pilgerte man, um die neuesten "Sensationsbilder" zu bestaunen. Makarts malerisch-dekorative Kunstauffassung entsprach dem bürgerlichen Repräsentationsbedürfnis der Ringstraßen-Zeit, als Universalkünstler nahm er Einfluss auf Wohnkultur und Kleidungsstil, Oper und Theater. Den Festzug für das Kaiserpaar von 1879 gestaltete Makart als alle Kunstsparten übergreifendes visuelles Massenspektakel. (nach Makart. Ein Künstler regiert die Stadt. Katalog, Wien Museum 2011). "Seinen kometenhaften Aufstieg konnte Makart 1879 mit der künstlerischen Leitung des großen Festzugs zur Silberhochzeit des Kaiserpaares krönen. Schon von Zeitgenossen wird der Umzug nicht nur als monarchische Jubiläumsfeier oder Ausdruck des selbstbewussten Bürgertums aufgefasst, sondern als Apotheose Makarts, des Arrangeurs dieser spektakulären Inszenierung, interpretiert." (S. 205) Seltene Großfolio-Ausgabe, in der die prachtvollen Darstellungen entsprechend zur Geltung kommen. Nicht zu verwechseln mit der Quartausgabe (ca. 25 x 44 cm), die zudem lediglich 36 Tafeln umfasst. "Der wohl wichtigsten Bildpublikation des Festzugs, zumeist mit dem Kostümierer des k.k. Hofburgtheaters, Eduard Stadlin, verbunden und in Einzellieferungen (mit Begleittexten von J. C. Fischer) erschienen, ist neben 44 hochwertigen Chromolithografien eine genaue Chronik der Planungen des Unternehmens beigegeben. Darin wird der Festzug als Abschluss der Stadterweiterung gefeiert und der Entschluss der Festkommission des Gemeinderates begründet, von bisher üblichen Festformen abzugehen und "die Ihren Majestäten darzubringende Huldigung durch Veranstaltung eines großen Festzugs zum Ausdruck zu bringen". In diesem Sinn erscheint die Ringstraße als Prachtboulevard des unter Franz Joseph zu neuer Blüte gebrachten sowie als Kristallisationspunkt eines sowohl höfisch als auch bürgerlich konnotierten Festraums mit dem kaiserlichen Festzelt im Mittelpunkt". (S. 108) Mit den 12 Original-Lieferungsumschlägen (teils lädiert mit Rissen), welche interessante zusätzliche Informationen zum Unternehmen enthalten: über den geplanten Umfang, die vier verschiedenen Einbandvarianten, passende Rahmen für einzelne Blätter, den Erscheinungszeitraum und vor allem zeitgenössische Pressereaktionen auf das Prachtwerk. Die begleitenden Texte sind zugleich Musterbeispiele für Werbetexte der Ringstraßenzeit: "Die Ausführung wird eine brilliante, die Farbzusammenstellung genau den Originalen entnommen sein und werden die Blätter sowohl einen prächtigen Zimmerschmuck bilden, als vereinigt jedem Salontisch zur Ehre gereichen" (Prospekt). "Diese Blätter sind zugleich ein Denkmal, das wir der Nachwelt vermachen, um ihr das entschwundene Schauspiel im Bilde zu überliefern, ein Schauspiel, um das Wien von der ganzen Welt beneidet wird und das den Ruhm seiner kunstsinnigen Bürger in die fernsten Zonen getragen hat" (Begleittext).
Exhibitor: Fritzen Peter Phone: 0651 4367673 Mobil: 0651 4367673 antiquariat-fritzen@t-online.de
The title is up for the start of the antiquarian book fair.

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