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Aus Kapitel: Sachsen | Musik | Bücher über 1.000 Euro

Revolution 1848/1849 - Richard Wagner. Steckbrief mit lithographiertem Fahndungsbild, in: Eberhardt`s Allgemeiner Polizei-Anzeiger. Hg. von Hermann Müller. Bd. XXXVI. Dresden, Teubner, 1853, Nr. 47 (11. Juni 1853), S. 280 (Steckbrief Nr. 652 mit Extra-Beilage). Ca. 20,6 x 12 cm (Blattgröße Porträt). Marmor. Pp. d. Zt. mit Rsch. (etwas berieben). 2.000,00 EUR
Erstes druckgraphisches Porträt des Komponisten, der hier als "einer der hervorragendsten Anhänger der Umsturzpartei […] steckbrieflich verfolgt wird". - Nach dem niedergeschlagenen Dresdner Maiaufstand 1849, "das Ereignis, das am tiefsten in Richard Wagners Leben einschnitt" (Lippert (1927), S. 11), war der daran beteiligte Hofkapellmeister geflohen und am 16. Mai 1849 von der sächsischen Polizei zur Fahndung ausgeschrieben worden. Er fand Zuflucht in der Schweiz. Fortan war es ihm unmöglich, deutschen Boden zu betreten. Als die Dresdner Hofoper im Oktober 1852 den "Tannhäuser" wieder auf den Spielplan setzte und im Zuge der bevorstehenden Hochzeit von Prinz Albert von Sachsen eine allgemeine Amnestie anstand, machte sich auch Wagner Hoffnung auf Begnadigung und Rückkehr nach Deutschland. Allerdings erreichten reaktionäre Dresdner Kreise eine Woche vor der Hochzeit 1853 die Erneuerung des Steckbriefs, dem nun auch ein Porträt des Gesuchten beigegeben wurde. Nicht zuletzt durch dieses erstmals in die Öffentlichkeit gelangte Bildnis wurde die Situation für Wagner verschärft und an eine Rückkehr nach Deutschland war nicht zu denken. Erst 1862 wurde die Fahndung der sächsischen Polizei eingestellt. - Das Fahndungsbild ist eine seitenverkehrte Umsetzung einer 1842 entstandenen Zeichnung von Ernst Kietz, welche sich heute im Richard-Wagner-Museum Bayreuth befindet. - Vgl. ausfühlich Lippert (1927), S. 31ff; mit Abb. von Steckbrief und Porträt 1853. - Rarissimum der Wagner-Ikonographie in einem kaum aufzufindenden Überlieferungszusammenhang: Bis auf zwei Nummern vollständiger Jahrgang des zweimal wöchentlich erscheinenden und nur für Polizeistationen ausgegebenen Anzeigers. - Zur Kollation: mit weiteren 16 (2 doppelblattgr.) tls. gefalt. lithogr. Porträts und 1 gefalt., beidseit. lithogr. Handschriftenprobe. 8, 128 S., (S. 145-) 317, zwischengeb. 2 Bl. (Verlagsanzeige bzw. Bekanntmachung), 2 Bl. (Verlagsanzeige und Bestellzeddel (sic!)), IV, 245 S. - Bd. XXXVI ohne Nr. 18 und 19. - Wagners Porträt mit alten Bugfalten, leicht gebräunt.
Anbieter: Sander Tel: 0351 79609607 info@antiquariat-sander.de
Der Titel ist bis zum Beginn der Antiquariatsmesse reserviert.

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