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From Chapter: Autographs | Literature | Books costing more than EUR 1.000

Strittmatter, Erwin. Briefe an seinen Freund Günter S. Konvolut von ca. 50 Briefen und Kartengrüßen aus den Jahren 1951 bis 1988. Strittmatter und Günter S[…], 1915-1988 (?), lernten sich offenbar 1948 in Senftenberg in der Redaktion der ‚Märkischen Volksstimme` kennen; gemeinsam engagierten sie sich in der Arbeitsgemeinschaft der jungen Autoren. Während Strittmatter früh schriftstellerische Erfolge vorweisen konnte, nahm der Freund bald Abstand vom literarischen Schreiben. Die erhaltenen Briefe zeugen von einer lebenslangen Freundschaft mit Phasen von Nähe und Distanz, auch von Aufmunterung, die der erfolgreiche Autor dem Freund zeitlebens zukommen ließ. "Du sollst mal sehen, was das für`n Spass macht, und wie es Dein Leben verändert, wenn Du - vor allem - dabei nicht an die denkst, die das [...] einst lesen könnten, sondern wenn Du es für Dich, ganz für Dich schreibst!" (Piešt`any, 13.V.80). Wiederkehrende Schreibanlässe sind Geburtstage und Jahreswechsel, wiederkehrende Themen sind die Arbeit am fortschreitenden Werk, die Gesundheit, Klagen über Zeitnot ("Meine Postmappe ist dick wie eine Frau im 9. Monat"), auch die Erfüllung von Bücherwünschen mit Hilfe von Antiquariatskatalogen und Devisen. In den 80er Jahren mehren sich düstere Töne. Günter S. ist ein dankbarer und kritischer Leser des Strittmatterschen Werks, zuweilen aber sieht sich der Autor bei Kritik des Freundes zu harscher Erwiderung genötigt: "Verknurrt bin ich nicht mehr, aber betrübt, nachdem ich sehe, mit welcher Vorsicht und mit wieviel Schritten Distanz Du über mein Buch schreibst. Diese abgegriffenen kultur-journalistischen Wendungen von Dir, der Du einmal Lyrik schriebst!" Im selben Brief: "Es gibt einige Kollegen aus jener Redaktionszeit (aus unserer Zeit!), die da meinen, ich hätte Glück, nichts als Glück mit meiner literarischen Arbeit gehabt, die nicht veranschlagen, was es mich kostete, sie durchzusetzen. Soll ich Dich jetzt zu ihnen zählen?" (Schulzenhof, 10.1.81) Günter S. blieb Journalist und arbeitete wohl für den Nachrichtendienst ADN. Lyrische Versuche und Kurzgeschichten müssen um 1950 in der Märkischen Volksstimme erschienen sein. Bis zuletzt mahnte und ermunterte Strittmatter den alten Freund, an einem biografischen ‚Kleist-Projekt` weiterzuarbeiten und Memoiren zu schreiben. Der Name Günter S. konnte in keiner Bibliographie nachgewiesen werden. 8.000,00 EUR
32 Briefe, teils handschriftlich, teils maschinegeschrieben, sowie 21 Kartengrüße, sämtlich gelocht, in Leinenkassette. Drei Antwortschreiben von Günter S. aus den Jahren 1982 bis 87 liegen als Typoskript-Durchschlag bei. Beigegeben die beiden ersten Bände der Trilogie ‚Der Laden` mit Widmung von Erwin Strittmatter auf Vorsatz sowie ein Foto (Zeitschriftenausschnitt) mit Passepartout im Rahmen, handschriftliche Widmung auf dem Passepartout.
Exhibitor: Wagner Matthias Phone: 030 29351753 info@antiquariat-wagner.de
The title is up for the start of the antiquarian book fair.

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