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From Chapter: Autographs | Literature | Books costing more than EUR 1.000

Arendt, Erich (1903-1984), Lyriker, Übersetzer und Fotograf. Das gesamte Werk und zahlreiche Autographen. Ca. 150 Titel, davon mehr als 38 mit Widm.; 29 Briefe u. Postkarten (davon 2 masch., die übrigen handschr.) sowie 5 Postkarten u. 2 Briefe seiner Frau Katja Hayek-Arendt, ferner 5 masch. Briefe von Fritz J. Raddatz, Erich Arendt betreffend. Mit mehreren Beigaben (u. a. einige Orig.-Fotos). 5.600,00 EUR
E. Arendt war Ende der 60er Jahre (etwa ab Mitte 1967) für 2 junge Buchhändlerpaare, die wegen der Studentenbewegung nach Westbln. gekommen waren, väterlicher Freund u. Mentor zugleich. Da sie westdt. Ausweise hatten, konnten sie ihn spontan in der Raumerstr. (Prenzlauer Berg) besuchen, wo er damals mit seiner neuen Lebensgefährtin wohnte. Die dort stattfindenden häufigen Gespräche drehten sich um sein interessantes Leben (span. Bürgerkrieg, Exil in Kolumbien etc.), aber auch um seine Dichtung, seine Übersetzertätigkeit, die westbln. außerparlament. Opposition (an der wir aktiv teilnahmen); es ging thematisch um neu erschienene Bücher, von denen wir wichtige Titel für Erich A. (den wir zärtlich "Don Poncho" nannten) beschafften. Finanziell half dabei sein alter Freund Fritz J. Raddatz, der inzwischen Lektor bei Rowohlt war. Die Raumerstr. wurde in diesen Jahren zu einem Treff- und Gesprächspunkt auch mit anderen ostbln. Dichtern u. Übers. wie Henryk Bereska und Norbert Randow. Vorsicht vor der Stasi war da geboten, oft lief klassische Musik, um etwaige Abhörmaßnahmen zu konterkarieren. Dabei stand Erich A. als "Grand Signeur" der (DDR-)Lyrik (der viele jüngere Dichter geprägt hat) und "Homme des Lettres" immer im Mittelpunkt und ich habe bis heute die melodische Stimme im Ohr, mit der er, der Begeisterungsfähige, seine jungen westdt. Freunde wie ein liebender Vater ermahnte und entzückte. (Und durchaus auch Wünsche nach praktischen oder "Luxus"-Artikeln aus dem Westen äußerte, die wir nach Kräften versuchten, zu erfüllen.) Nachdem sein Freund, der Lyriker Peter Huchel, die DDR verlassen hatte, zog Erich A. in dessen Haus in Wilhelmshorst. Das lag außerhalb der ostbln. Stadtgrenze u. war für uns nicht mehr erreichbar, sodass ab 1973 die Begegnungen spärlicher wurden. Allerdings wohnte er bei seiner ersten sog. Rentnerreise auch bei uns in der Eylauer Straße, wo wir jungen Buchhändler eine Wohngemeinschaft hatten. Mit der Freundschaft zu Erich A. begann ich gleichzeitig, seine Bücher zu sammeln, auch alles, was er übersetzt hatte. Die hier vorliegende kompl. Sammlung enthält viele Widmungsex., etl. davon als Geschenke aus seinem eigenen Besitz. In der Sammlung befinden sich auch drei Sturm-Hefte mit seinen allerersten Veröffentl., fünf Nrn. der sowjet. Exil-Zeitschrift "Internationale Literatur : Deutsche Blätter" aus den Jahren 1937/38 (mit Gedichten a. d. span. Bürgerkrieg, aber auch einem Loblied auf Stalin) und die Vorzugsausgabe der Festschrift "Der zerstückte Traum" mit 81 Orig.-Sign. der Laudatoren sowie die bibliophil gestaltete "Ode an die Typographie" von P. Neruda in der Übertr. von "Erich Ahrendt[sic]". Liste aller Bücher u. Zeitschriften auf Anfrage. Es erschließt sich ein beeindruckendes Panorama in das Oeuvre des liebenswerten, kosmopolitischen Dichters Erich Arendt!
Exhibitor: Tode Riewert Q. Phone: 030 7865186 antiquariattode@t-online.de
The title is up for the start of the antiquarian book fair.

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